Der deutsche Film - womöglich doch gut?

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JimmyPage
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Re: Der deutsche Film - womöglich doch gut?

Beitrag von JimmyPage » Mi 12. Jan 2022, 10:20

10/10 Bierständer :mrgreen: :thumbup:

Tickermeldung: Berlin - Im Stadtteil Prenzlauer Berg ist ein alternder Galant beim Lesen auf seinem Handy (Nokia 3113) von seiner Droschke gefallen. Beladen war diese mit Platten von Rio Reiser und Frischkäsekuchen.
äffle: "was isch groß?" - pferdle: "stuttgart!" - äffle: "was isch größer?" - pferdle: "der neckar!" - äffle: "und was isch am größten?" - pferdle: "hmm, spätzle und linsen!"

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Julio Sacchi
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Re: Der deutsche Film - womöglich doch gut?

Beitrag von Julio Sacchi » Mi 12. Jan 2022, 12:27

:D :D :D

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Bewitched240
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Re: Der deutsche Film - womöglich doch gut?

Beitrag von Bewitched240 » Mi 12. Jan 2022, 13:30

:lol: :lol:

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Frau Stockl
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Re: Der deutsche Film - womöglich doch gut?

Beitrag von Frau Stockl » Fr 14. Jan 2022, 23:30

Wilde Engel (2002)
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Three very different women join forces to fight against crime.
Die "verdammten Schlampen" festnehmen heißt die Devise hier im Intro, ein Dutzend Polizisten ist dafür vor einem großen Industriegebäude leicht außerhalb der Stadt abgestellt, in ockerbrauner/senfgelber Uniform auch noch, die schlecht geschnitten und farblich unattraktiv die entsprechend passende Kleidung für die Beamtenkasper hier darstellt und wo des Deutschen Gesetzeshüter nur der Hampelmann zur Belustigung und der Mann an sich sowieso kein Gegenüber für die knallharten Frauen hier ist. Schlecht geschnitten und wenig reizend ist auch der Auftakt selber, der stattgehabten Explosionshölle dahinter nicht fair und nicht würdig, die Kamera möchte alles und kann im Grunde nichts, was der Detonation selber in seiner Wucht vielleicht nichts anhaben kann, aber dies zusätzlich noch mit sichtlichem Trickeinsatz 'würzt' und die gesamte Inszenierung seitens von Regisseur Sigi Rothemund mehr wie eine überzogene Parodie ausschaut und nicht wie das neue brandheiße Spektakel, auf das die Produktion so drängt und erpicht ist. Vielmehr ist man die "flambierte Muppetshow", wie es hier schnell und gar treffend heißt, ein großes aufgeblasenes Nichts, dass sich selber oft ein Bein stellt und nur von einer anderen Ebene und mit niederen Erwartungen zu betrachten ist.
Im Kölner Umfeld gedreht und spielend ist das Milieu von vornherein simpel und auch ein wenig prollig, ein ärmlich choreografiertes Kirmesboxen in der Zirkushalle, ein holpriger Banküberfall am Sonntag, ein erster motorisierter Zivilstreifeneinsatz im Müngerdorfer Ruhrpott mit einigen Fahrmanövern und Crash in der Innenstadt, die allerdings keinen Zuschauer von Alarm für Cobra 11 weglocken; wenigstens ist das Tempo der Verschwörungs- und Zusammenhaltestory leidlich hoch, gibt es nach der ersten halben Stunde eine narrative Überraschung samt Konfrontation auf einem entlegenen militärischen Sicherheitsbereich/Übungsgebiet und ist die Bewegung fliehend. Dass man eine RTL-Produktion für die Primetime ist, bekommt man (trotz einiger größerer Detonationen auf einem Kasernenhof) dabei nie abgeschüttelt, der Film war schon antik bei Erscheinen (hässliche Anzüge und Frisuren, die Männer alles ältere Knacker, die Frauen auch gerne mal in Leopardenhosen) und wirkt im Nachhinein eigentlich bloß noch bezüglich Zeitkolorit (Euroumstellung kurz vor der Tür bspw. und der Verfahrensweg für den deutschen Geldaustausch) interessant, wobei man seltsamerweise auch viel an die Sitcoms damaliger Programmschiene um Die Camper, Ritas Welt, Das Amt und Alles Atze erinnert, also alles eher kleinklein und mit viel Schablone und noch mehr Klischee.
Gut gemeint, schlecht geschrieben, schlecht gedreht, mäßig gespielt, lau dramaturgisiert, bieder aussehend, ein Actionkrimi mit allem, was gerade gefragt sein soll und doch bloß eine hohle Zutat nach der anderen und auch ohne Kenntnis der Durchmischung dessen und der Würze ist. Die Beifügung mit der Bundeswehr auf Abwegen als narrative Komponente und einige ihrer düster-klammen Behausungen für 'Befragungen', der affektierte Lebensstil der "Hochwohlgeborenen" auf ihrem Gehöft mit Butler, Pferd und Tee und eine Actionszene am Diemelsee, wo u.a. ein Motorboot über die Staumauer geworfen wird plus die Anwesenheit der Habermann Evi, die kurz zuvor mit Lexx - The Dark Zone als Art Weltraum-Bumsorella bekannt wurde, gehören noch zu den besseren Zutaten dieser seriellen Rekrutierung hier. Der Rest ist zu Recht vergessen und der Spuk hat sowieso nicht lang gewirkt.
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JimmyPage
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Re: Der deutsche Film - womöglich doch gut?

Beitrag von JimmyPage » Sa 15. Jan 2022, 09:41

Hach, was es früher alles gab :clap: :P
äffle: "was isch groß?" - pferdle: "stuttgart!" - äffle: "was isch größer?" - pferdle: "der neckar!" - äffle: "und was isch am größten?" - pferdle: "hmm, spätzle und linsen!"

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Sylvio Constabel
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Re: Der deutsche Film - womöglich doch gut?

Beitrag von Sylvio Constabel » Sa 15. Jan 2022, 09:56

Ja. Gut, daß das vorbei ist.
Bei Sylvio mag ich, er guckt halt auch viel mit dem Herzen. Jimfried Nullinie

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Julio Sacchi
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Re: Der deutsche Film - womöglich doch gut?

Beitrag von Julio Sacchi » Sa 15. Jan 2022, 13:29

Furchtbar war das. Text ist mir bei allem Respekt zu lang #trautman. Hab mal Zora Holt aus der Zweitbesetzung kennengelernt, die war damals ultrahot.

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Julio Sacchi
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Re: Der deutsche Film - womöglich doch gut?

Beitrag von Julio Sacchi » Sa 15. Jan 2022, 22:16

Doch gelesen. Ja, genau so habe ich das auch in Erinnerung. Hab allerdings von beiden Staffeln nur jeweils eine Folge gesehen. Fand's kurios, dass die zweite Staffel nicht nur neu besetzt war, sondern in einem komplett anderen Milieu spielte :D

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Frau Stockl
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Re: Der deutsche Film - womöglich doch gut?

Beitrag von Frau Stockl » So 16. Jan 2022, 12:48

Mir sagt nur die Petruo bei der Umbesetzung etwas.
Mehr hab ich auch nicht gesehen, da nicht erhältlich, was mich etwas wundert. Kommt sonst (fast) alles raus, SK-Babies etc., dafür gibt's doch auch keine Käufer?!
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Frau Stockl
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Re: Der deutsche Film - womöglich doch gut?

Beitrag von Frau Stockl » So 16. Jan 2022, 23:15

Hat jemand Der Todeszug (1999) mit Schüttauf und Michelsen?
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