Lauter alter Schund

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Zhang Liao
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Re: Lauter alter Schund

Beitrag von Zhang Liao » Mi 5. Jul 2023, 13:47

To Err is Humane (1987)

Sammo Hung spielt einen nerdigen Tollpatsch, der in einem Juwelierbetrieb als Handlanger arbeitet und dabei wohl eher schlecht entlohnt wird.
Einfache Lösung: Entführung der ohnehin schwer unsympathischen Frau des Chefs (Leung San) zwecks Lösegeld.
Leider ergibt sich bei der Durchführung ein kleines Problem, da er versehentlich deren Stieftochter (Joey Wong) erwischt, welche aus dem Ausland zu Besuch ist, um ihren kranken Vater zu sehen. Zudem blickt Sammo die Verwechslung auch lange Zeit gar nicht.
Scheint also ein durchaus fundierter und wohl durchdachter Plan von ihm gewesen zu sein. :D
Außerdem ergibt sich eine weitere Komplikation, da ein anderer finanziell angeschlagener Mitarbeiter der Firma (Kenny Bee) von seinem Vorhaben Wind bekommt, dazwischen grätscht und Joey quasi direkt von Sammo weiter entführt und zwar ohne, dass dieser seine Identität kennt. .
Nun scheint das weitere Vorgehen einfach: Sammo soll Kenny einfach die Kohle von der Firmenleitung beschaffen.
Leider ist Sammo dazu aber nicht fähig genug und es hat sich mittlerweile auch die Polizei eingeschaltet (Anthony Chan), wodurch die Geldübergabe zusätzlich erschwert wird.
Irgendwann merkt Sammo aber, dass Kenny hinter der Nummer steckt und man beschließt, zusammen zu arbeiten.
Nun soll auf Anweisung der Firma zur Abwechslung Kenny die Kohle übergeben, wobei ihm Chan an den Hacken klebt.
Muss man den also irgendwie los werden, damit Sammo und Kenny mit dem Geld abhauen können.
Dies gelingt zwar zunächst, aber leider gerät man gleich darauf in einen Banküberfall (Shing Fui On) und kann dem Geld gleich wieder hinterherjagen.

Das ist einer dieser Filme, wo Sammo nicht kämpft bzw. bei dem es generell keine große Action gibt.
Die Bewertungen fallen eigentlich durchgehend negativ aus, aber ganz so übel fand ich den Film nun auch nicht.
Klar, das Ganze ist schon recht seicht und auch ohne wirkliche Finesse inszeniert. Also einen Masterplan zur Entführung und Geldbeschaffung gibt es hier nicht. Geht eher in die Richtung 'spontane Reaktion auf alles, was da so unerwartet kommen möge'.
Interessant auch, dass Joey Wong relativ wenig Screen Time hat und am Ende überhaupt keine Rolle spielt, was die Aufklärung der Entführung angeht. Ist also eher Anhängsel und Nebenrolle. Das ist sicher auch etwas unrund.
Trotzdem gibt es schon ein paar lustige Situationen und es ist nun echt nicht schwer, den Film in einem Anlauf runter zu schauen.
Es wäre aber eben schon ganz gut, wenn man mit der klaren Erwartungshaltung einer HK Komödie in den Film geht. Denn auf allen anderen Ebenen taugt der Film tatsächlich nix.
Ach ja, Shing Fui On taucht erst gegen Ende auf, hat aber immerhin doch ein paar Minuten Screen Time.

5.5/10

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Zhang Liao
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Re: Lauter alter Schund

Beitrag von Zhang Liao » Di 26. Dez 2023, 06:57

Hidden Desire (1991)

Ein Typ erzählt gleich zu Beginn in einer Bar, wie er in HK nach der großen Liebe suchte, aber stattdessen ständig nur vernascht wurde. Armer Typ. Und die Details erfährt man schließlich in Rückblenden.
Da taucht dann auch gleich zu Beginn Charlie Cho auf, Abteilungsleiter einer Firma, der aber seine Augen auch gerne auf andere Dinge(r) gerichtet hat.
Trifft sich folglich gut, wenn die eigene Sekretärin nicht ganz so helle ist und spricht 'Du hast mir nun schon 50 Mal gesagt, dass ich befördert werde, wenn ich es mir dir treibe...nun gut...will ich dir noch ein 51. Mal glauben.'
Höchst erstaunlich dann die Technik von Charlie, der den Akt mit eng anliegender Jeans und fest geschnalltem Gürtel hin bekommt.
Ansonsten passiert nicht viel. Die Abenteuer des Typen werden abgearbeitet, darunter Veronica Yip, wobei das alles echt sehr mäßig inszeniert worden ist. Die Frau zeigt etwas Brust, aber nix wirklich aufregendes.
Der Schalter legt sich erst nach 50 Minuten um als Rena Murakami auftaucht. Da steigt dann plötzlich die Erotik bzw. Pornografie aus dem Nichts. Zuerst Masturbation, dann freiwilliger Akt mit dem Protagonisten und dann unfreiwilliger Akt mit Charlie Cho.
Ja und das war es dann auch schon.

Ich kann mich einem Review anschließen: Regisseur Ho Fan scheint nach der Hälfte des Films erwacht zu sein. Mit Rena lief der Film dann endlich gut an.
Allerdings ist die Moral des Protagonisten schon etwas schräg. Trifft Rena und meint, dass er zwar ihren Körper geil findet und auch Geschäften mit ihrem Papi (Lam Chung) nicht abgeneigt wäre, aber allein deshalb könne er sie doch nicht heiraten. Da würde er sich quasi selbst bescheißen. Die Erkenntnis kam ihm dann aber freilich erst, als er über Rena drüber gerutscht war. Ganz edler Ritter.
Der Grund weshalb ich den Film überhaupt als Review nehme, ist der letzte Akt:
Das könnte wohl tatsächlich die übelste Vergewaltigung in der Geschichte des HK Kinos sein. Hatte ich nicht kommen sehen. Deswegen war es dann aber auch die Keule.
Liegt sicherlich auch daran, dass die Szene aus dem Nichts kommt als Charlie Cho nach einem Geschäftstermin Rena mitnimmt.
Aber da dachte man zuerst, dass es zumindest nicht gewalttätig abläuft, da Charlie ihr was eingelöst haben soll.
Denkste, was da dann im Hotel abgeht ist heftig.
Also die Nummer ist sicher 3 Stufen härter als beim Iron Fisted Monk. Das hat mehrere Gründe.
Die Vergewaltigung zieht sich so elend lange hin, inklusive Wechsel von Stellungen und Orten. Das sah ich so noch nie.
Auch ist das Ganze extrem realistisch inszeniert, sprich Beide sind komplett nackt.
Und der Zuschauer wird im Grunde auch gut verarscht. Anfangs dachte ich noch, dass Rena ihrem Schicksal entkommen kann. Später dann hatte es den Eindruck, als habe Charlie fertig gemacht. Von wegen, er hatte nur mal kurz
durchgeschnauft. Also, das war echt heftig.
Verstörend auch, als Rena dann nach dem Protagonisten schreit, der aber natürlich nicht vor Ort ist.
Es schaut so aus, als könnte man eine Fortsetzung geplant haben, die aber nie kam. Das Ende ist jedenfalls offen.
Es endet aber eben mit dem glücklichen Vergewaltiger Charlie. Das war mal ein Brett.
Positiver Nebenaspekt: Wer schon immer mal den nackten rosa-faltigen Hintern von Charlie sehen wollte, hat hier die Gelegenheit. Ausgiebig.
Filmisch ist das Ganze insgesamt sehr mäßig, aber das Cat.3 Hardcore Ende hatte was, wenn auch nur für Perverse.
Film abgehakt...Hose wieder hoch. :twisted:

4/10

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Zhang Liao
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Re: Lauter alter Schund

Beitrag von Zhang Liao » Mi 10. Jan 2024, 18:34

The Tigers - The Legend of Canton (1993)

Der Film spielt zur Zeit des Übergangs von der Qing Dynastie auf die Republik, wo reichlich Machtkämpfe statt fanden.
So hat man nun einen gewissen General Yuen (Anthony Wong), der sich mit Hilfe der Japaner an die Macht putschen möchte.
Zu diesem Zweck hat man auch Sun Yat-sen in den unterirdischen Kerker des Palasts geworfen.
Einem von Suns Anhängern (Nat Chan Pak) gelingt es jedoch, die 5 Tiger (Kenny Bee, Alan Tam, Anthony Chan, Bennett Pang, Danny Yip) zwecks Rettung von Sun zu kontaktieren.
Gibt dann aber gewisse Probleme:
Zuerst interpretiert man die Botschaft falsch. Man geht davon aus, im Palast einen Schatz finden zu müssen und ein gewisser Sun ist der Feind. Stattdessen ist Sun aber der Schatz und der Feind ist insbesondere der japanische Anführer (Leung Kar Yan), der auch kampfmäßig gut was drauf hat.
Kenny Bee gelingt es schließlich, sich als Indianer Jones Verschnitt und vermeintlicher Verräter in den Palast einzuschleusen. Leider verscherzt er es sich aber mit der Schwester von Yuen (Monica Chan), deren Hilfe man aber ganz gut brauchen könnte. Außerdem auch blöd. weil Kenny in sie verschossen ist.
Daher muss nun Alan Tam als weißer Ritter ran, der sich an Monica ranwanzt. Klappt ganz gut.
Nur ergibt sich hier ein weiteres Problem, da nicht nur Monica auf ihn einsteigt, sondern auch ihre Freundin (Kingdom Yuen) und es somit zu einem gewissen Konkurrenzkampf zwischen den Beiden ausartet.
Am Ende befinden sich schließlich alle 5 Tiger in dem Palast, wobei das im Fall von Danny Yip eher kontraproduktiv ist, da er das Pech magisch anzuziehen scheint.

Den Film kann man ganz gut als Actionkomödie bezeichnen, wobei der Hang zur Übertreibung in beiden Sparten sehr stark vorhanden ist.
Also die Gags münden schon häufig im Klamauk und die Action lässt Leute meterweit durch die Luft fliegen.
Man hat hier aber tatsächlich einen gewissen historischen Bezug, denn es gab damals die Rivalität zwischen Yuan Shikai und Sun Yat-sen um die Vorherrschaft. Eine aktive Beteiligung der Japaner (die hier in dem Film natürlich auch Eigeninteressen verfolgen und Yuen nur als Steigbügelhalter sehen) gab es damals aber glaube ich nicht. Japan diente Sun bzw. den Kuomintang lediglich als Rückzugsort.
Nun ja, ich fand den Film schon relativ unterhaltsam. Ist zwar ein Wynners Vehikel, aber Bee und Tam haben klar die dominierenden Rollen, die anderen 3 leisten nur Beihilfe. Shing Fui On ist für ca. 5 Sekunden dabei (als Opfer von Danny, der ihm in die Rikscha gekotzt hat - leider nur im off). Ein etwas längeres Cameo hat Ku Feng. Könnte eine ganze Minute sein.

6.5/10

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Zhang Liao
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Re: Lauter alter Schund

Beitrag von Zhang Liao » Do 11. Jan 2024, 19:07

My Family (1986)

Überaus leichte seichte Familiensoap (Vater: Richard Ng, Mutter: Petrina Fung, Sohn: Lui Fong, Tocher 1: May Lo, Tochter 2:
Pauline Kwan) ohne wirklichen Tiefgang.
Oft hat man mehr sketchenhafte Situationskomik als echte Handlung.

Der Hauptplot konzentriert sich dann im Grunde auch auf 2 Aspekte:

1. Lui Fong ist scharf auf Loletta Lee. Da trifft es sich für ihn gut, dass es im Film schwachsinnige Zufälle geben kann und seine Schüchternheit daher nicht so schlimm ist. Zuerst sieht er sie an der Ampel, als seine Familie zum Picknick will. Leider vergisst man hier Daten auszutauschen. Aber macht nix, denn Loletta ist natürlich ebenfalls zum Picknick gefahren und hat nur 2 Autos weiter geparkt. Leider regnet es dann und Lui hat außer ihrem Schirm wieder nix zum Kontaktieren. Macht aber auch nix, denn nur 1 Tag später läuft man sich in dem kleinen Kaff Hong Kong wie selbstverständlich wieder über den Weg.
Problematisch ist jedoch Lolettas Geilheit auf Markenkleidung und der Kauf eines teuren Pullovers, um sie zu beeindrucken, erfreut Richard nun nicht wirklich und er nimmt Lui das Teil weg. Daher bietet May nun ihre Hilfe an, da sie ja schließlich Schneidern gelernt hat. Leider überschätzt sie jedoch ihre Fähigkeiten, was Lui aber erst bei der Anprobe merkt. Und leider steht Loletta quasi schon vor der Tür. Das war mal lustig. Aber der Tiefgang um den Pullover ist eben auch überschaubar.

2. Im zweiten Strang entscheidet sich Petrina mal zum Schauspiel zu gehen und für eine Theaterrolle vorzusprechen.
Der geschiedene Leiter und gleichzeitig zweite Protagonist des Stücks (Billy Lau) engagiert sie sofort als Hauptrolle, was aber weniger an ihrem Schauspieltalent liegt, sondern eher an ihrem 3 Kilo Makeup.
Natürlich handelt das Stück dann auch vom Verlassen der eigenen Familie und Abdampfen mit dem Liebhaber, was bei der Familie die Alarmglocken angehen lässt, als man ein Telefongespräch belauscht, bei dem das Stück geprobt wird.
Deshalb landet Billy dann auch auf der Hassliste, dem man ganz zum Missfallen von Petrina ordentlich Eins reinwürgt, was zu einer Ehekrise führt.
Die Aufführung am Ende läuft dann letztlich völlig anders als geplant, aber da es dem plötzlich aufgetauchten Alan Tam gefällt, findet es auch der Rest der Zuschauer positiv.

Wie gesagt: Zum einmal Wegschauen geht es gerade noch, weil es doch ein paar lustige Momente gibt.
Aber für eine Zweitsichtung ist es zu unbedeutend, weil einfach zu wenig passiert. Daher sogar leichter Unterschnitt.

4.5/10

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Zhang Liao
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Re: Lauter alter Schund

Beitrag von Zhang Liao » Mi 17. Jan 2024, 02:24

Habe gerade ein wenig Lust, daher vorerst mal weiter mit meinem Monolog.


Moon, Star, Sun (1988)

Der Film handelt von Barmädels, deren Leben nun nicht ganz so prickelnd verlaufen, u.a. eben auch wegen ihrer Tätigkeit.
So wird Maggie Cheung von ihrem arbeitslosen und gewalttätigen Stiefvater (Wong Chi Keung) dazu genötigt, dort einzusteigen.
Allerdings findet ihre Mutter dann recht schnell eine Barfrau (Hu Chin), welche sie in ihrem Stall aufnehmen möchte. Denn mit Jungfrauen kann man bekanntlich einen ordentlich Bonus kassieren.
Den gut zahlenden Kunden hat man dann auch schnell an der Angel, aber es bedarf anschließend noch einiger Überredungskünste. Als Maggie dann jedoch im Bett den 250 Kilo Koloss erstmals im Türrahmen erblickt, ist die Reue wieder da, noch bevor der Typ sie wie ein Sumoringer gepancaked hat.
Irgendwann lernt sie dann einen Mann kennen, welcher ausgerechnet ein Geschäftspartner des Dicken ist. Aber das scheint ihn nicht zu stören und er macht Maggie sogar spontan einen Heiratsantrag. Später kommen ihm dann aber doch plötzlich Zweifel...
Daneben ist auch noch Carol Cheng bei Hu Chin untergekommen. Warum weiß man nicht. Nur dass sie geschieden ist und ihr Ex mit Kind in den USA lebt. Er scheint aber nun zurück nach HK kommen zu wollen, da er wieder geschieden ist und nun erneut mit Carol zusammen kommen möchte.
Trifft sich ganz gut, da sich Carol im Barbetrieb auf dem steil absteigenden Ast befindet, was u.a. an ihrem starken Alkoholkonsum und ihrer zuweilen unfreundlichen Art liegt.
Für das Treffen mit dem Ex, welcher ihre Bargeschichte nicht kennt, möchte sie sich ändern. Sie hat auch noch ein 10 Jahre altes Foto von ihm und stürmt am Flughafen sofort auf Elvis Tsui zu, bis er an ihr vorbei läuft und sie merkt, dass dies wohl ein Irrtum war.
Der Ex wirkt dann auch eher 40 Jahre älter und mindestens 40 Kilo schwerer.
Was aber auch kein Wunder ist, da er beim anschließenden Restaurantbesuch wie ein Schwein frisst und säuft. Da bröckelt dann auch das anti-Alk Gelübde von Carol allmählich. Und als er ihr schließlich offenbart, dass seine Zeiten als seriöser Geschäftsmann vorbei sind und er nun mit ihr zusammen auch so einen Barstall gründen möchte, ist es endgültig vorbei mit ihrer Zurückhaltung.
Als dritte Frau gibt es noch Cherie Chung, die aber nur deshalb im Barbetrieb arbeitet, um genug Kohle zu machen, damit sie ihren Typen aus dem Knast bekommen kann. Sexuell läuft bei ihr deshalb aber auch nichts, was insbesondere einen potentiellen Kunden (Shing Fui On) mächtig anpisst, da bei Cherie quasi immer dann ein ganz akuter Notfall auftritt, kurz bevor er die Hose runter lässt. Da stellt sich für Shing irgendwann die Frage, ob man den Notfall nicht verhindern könnte, wenn sie zuvor KO-Tropfen genommen hätte.
Ihren Typen bekommt Cherie zwar aus dem Knast, aber er glaubt ihr nicht, dass sie mit keinem anderen Mann was hatte. Interessante Doppelmoral, denn scheinbar hatte er selbst schon vor dem Knast eine Affäre, die nun wieder neu entflammt ist. Als er dann auch noch die Kohle von Cherie, mit der die Beiden ein Geschäft eröffnen wollten, an die Affäre gibt, damit sie den Laden auf ihren eigenen Namen eintragen lassen kann, rastet Cherie schließlich aus.

Na ja, solche Filme über Barmädels gibt es ja nun schon öfters. In der Regel geht das nicht ohne Drama und am Ende oft auch nicht gut aus.
Problem hier ist aber ganz klar der Aufbau. Es wird wenig bis nichts über die Hintergründe erklärt und die Konflikte am Ende kommen deshalb auch aus dem Nichts, weil die Infos im Grunde erst pünktlich zur Eskalation bekannt werden.
Also z.B. dass der Typ von Cherie eine Affäre hatte. War zuvor nie die Rede von. Und die Beziehung zwischen Carol und dem Ex geht in die ähnliche Schiene. Da erfährt man alles erst im Restaurant.
Bei Maggie ist es ein merkwürdiges Hin und Her. Zuerst meint der Typ, dass es ihn nicht stören würde, dass sie in der Bar gearbeitet hat und sein Geschäftspartner der erste Kunde war, obwohl er nun ordentlich damit aufgezogen wird.
Und dann gibt es die 180 Drehung, inklusive 'ich kann deine Eltern nicht ausstehen'.
Das mit den Eltern ist dann auch so eine Sache. Warum verlässt die Mutter nicht einfach den arbeitslosen Versager und verschachert stattdessen lieber die Tochter an eine Bar? Und die gleiche Frage stellt sich ein zweites Mal, als Maggie zum Versorger ihrer Familie wird, aber der Stiefvater scheinbar immer noch der gleiche arbeitslose Gewalttäter ist wie früher.
Ich würde da in jedem Fall den Barfilm Bet on Fire (1988) vorziehen. Auch mit Cherie Chung. Und Shing hat dort eine bessere Rolle. Moon, Star, Sun ist im direkten Vergleich klar schlechter. Kann man sicher mal angehen, aber mehr als Schnittware sehe ich hier nicht.

5/10

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Zhang Liao
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Re: Lauter alter Schund

Beitrag von Zhang Liao » Do 1. Feb 2024, 19:10

Lantern (1994)

Ng Man-Tat spielt einen Ex-Triaden und Ex-Häftling, der nun ein kleines Restaurant betreibt, welches aber auch als Resozialisierungshilfe für andere Aussteiger aus dem Triadengefüge dient, da er scheinbar nur an solche Leute Stellen vergibt.
Darunter gehört dann auch Max Mok, welcher sich fortan lange Zeit sehr passiv verhält und lieber mal nirgendwo auffallen und anecken möchte.
Leider ist aber der Sohn von Ng (Dickson Lee) so ein typischer Rebellentyp, der zusammen mit seinen Freunden eine Art Pseudo-Triadengang am Laufen hat. Da steckt aber letztlich nicht mehr dahinter als Einen auf dick zu machen, obwohl man es halt nicht ist.
Das ist dann aber leider nicht ausreichend, wenn man sich plötzlich in einem Konflikt mit den echten Triaden (Lawrence Ng) wieder findet, weil man in deren Restaurants Stress gemacht hat.
Hier versucht nun Max zu schlichten, da er Lawrence in schlechter Erinnerung von früher kennt, aber leider eskaliert die Situation dadurch noch mehr, weil sich Lawrence in einem Handgemenge eine Verletzung zuzieht.
Nun scheint es doch an Ng zu liegen, die Wogen zu glätten und dafür spannt er seine Frau (May Law) ein, da sie selbst ebenfalls bei den Triaden war, aber auch heute noch ein ranghohes Mitglied kennt, welches als Vermittler fungieren könnte. So zahlt man schließlich auch brav an Lawrence. Nur leider hält der von Absprachen wenig und belästigt weiterhin die Familie.
Dass Dickson sein Verhalten nicht wirklich ändert, kommt ihm dabei auch recht gelegen. Als er schließlich ein Mitglied von Lawrence unabsichtlich umbringt, ist die Kacke richtig am Dampfen.
Folglich sucht Ng mit der Hilfe von Max eine finale Aussprache, welche aber im nächtlichen Nirgendwo natürlich nur gewaltsam enden kann.

Also ich fand den Film ziemlich gut. Ist ein Drama im Triadengewand und erst am Ende kommt richtige Action hinzu.
Es ist sicherlich die Frage, ob diese Eskalation hier so gut passt. Vielleicht wollte man auch nur die mögliche Erwartungshaltung erfüllen. Eine finale Konfrontation nur zwischen Ng und Lawrence wäre sicher passender gewesen als die ganz große Nummer mit dutzenden Beteiligten.
Wenn man Ng Man-Tat nur als den Klamauk-Sidekick von Stephen Chow definieren kann bzw. möchte, ist seine Rolle als Ex-Triade sicher schwer zu verkaufen. Ich fand seinen Auftritt aber gelungen und zur seltenen Abwechslung mal völlig humorlos.
Regisseur ist Lau Kar-Yung, der auch schon den Black Wall (1989) gemacht hatte. Der ist sicher etwas besser als Lantern, aber würde diesen Film hier schon auch als gut bezeichnen.

7/10

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Zhang Liao
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Re: Lauter alter Schund

Beitrag von Zhang Liao » So 11. Feb 2024, 05:24

Sleazy Dizzy (1990)

Ein Undercovercop (Chen Kuan Tai) geht mit prall gefülltem Geldkoffer zu einer fingierten Übergabe.
Problem 1: Die andere Seite weiß, dass es eine Falle ist und hat in ihrem Koffer nix.
Problem 2: Chen hat hingegen seinen Koffer mit echter Kohle bestückt, was schon etwas merkwürdig ist.
Problem 3: Auf der Flucht erleidet er einen Unfall mit (eingeschränktem) Gedächtnisverlust, wobei sein Koffer nicht erinnerbar abhanden kommt.
Problem 4: Nun möchten die Bösen, allesamt korrupte Cops (Alex Fong, Kenneth Tsang), doch ganz gerne an das Geld
und jagen Chen durch die Gegend.
Chen findet Unterschlupf bei einer Polizistin (Sibelle Hu), welche zunächst natürlich nix vom Treiben ihrer Vorgesetzten weiß. Dazu gesellt sich dann auch noch ein Dieb (Stephen Chow) und als Chen den ersten Flashback bekommt, sind sowohl Sibelle als auch Chow voll bei der Sache, sprich auf das Geld fixiert.
Leider kommen diese Flashbacks aber sehr unregelmäßig und so dauert es eine ganze Filmlänge, bis Sibelle, Chow und der Zuschauer erlöst werden. Dazwischen tauchen dann immer mal Fong und seine Leute auf, stellen sich aber sehr blöde an und können Chen nicht festnageln.
Am Ende landet man dann aber rein zufällig wieder an dem Ort, wo dieser fingierte Deal stattfinden sollte.
Da sollte es bei Chen doch irgendwann klingeln...

Der Film ist klar eine Actionkomödie, denn Stephen Chow ist hier als Dauerblödler unterwegs.
Ganz interessant: Ich sah die Winson VCD ohne UT, konnte aber trotzdem locker 80% der Gags verstehen. Also nicht gerade extrem raffiniert aufgezogen gewesen.
Überhaupt sind UT hier auch vom Plot her nicht nötig. Ziemlich geradlinige Angelegenheit. Und die Bildqualität der VCD fand ich entgegen anderer Meinungen auch völlig Ok.
Hauptproblem ist schon eher der Film an sich, denn die Nummer war echt überaus dürftig.
Die Action ist wildes Geballer mit ein paar Flugeinlagen, wobei Sibelle Hu bei jedem Purzelbaum gedoubled wurde.
Am Ende haben dann auch Chow und Sibelle mehrmals die Knarre am Kopf und man fragt sich, weshalb niemand abdrückt, da man ja eigentlich nur Chen braucht. Also der Showdown ist auch unterdurchschnittlich.
Muss man nicht gesehen haben, außer man mag Chen Kuan Tai und möchte mal einen seltenen Spätfilm von ihm sehen, wo er noch eine Hauptrolle abbekommen hat.

4/10

(wie Hidden Desire - aber möglicherweise würde ich im direkten Vergleich den Hintern von Charlie Cho bevorzugen...)

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Re: Lauter alter Schund

Beitrag von Zhang Liao » Mo 26. Feb 2024, 16:03

Those were the days...(1995)

Eric Mo hat mit ein paar anderen Leuten eine Gang am Laufen und man hat es gerade geschafft, einer anderen Gang das Gebiet streitig zu machen. Das wird dann natürlich gleich mal an der Stamm-Straßenbar von Victor Hon und Tochter (Joey Man) gebührend besoffen.
Allerdings reicht der Alk bald nicht mehr aus und es muss härterer Stoff her. Zuerst wird nur Einer schwach, am Ende hängen dann fast alle an der Nadel. Mit dem Konsum im Fokus, kann die Gang natürlich nicht mehr funktionieren und nicht für jeden geht dieser neu eingeschlagene Weg letztlich gut aus.
Außerdem muss man sich auch noch mit so einem Gewaltcop (William Ho) auseinander setzen, der auch gerne mal die Eltern terrorisiert (Kent Cheng), welche aber auch lange Zeit völlig planlos waren, was der Bub so treibt, wenn er sich unbeobachtet fühlt. (da redet Kent noch vom baldigen Studium in England, während sein Sohn schon längst ballert)
Irgendwann sieht Eric dann aber ein, dass es einen Entzug braucht. Auch, weil er eigentlich was von Joey wollen würde, aber die möchte ihrerseits natürlich keinen Junkie. Am Ende soll es dann der Hardcore-Kaltentzug werden...

Es gibt offensichtlich eine ganze Reihe von dieser Art von Filmen, die scheinbar alle in voller Rückblende erzählt werden.
So auch dieser hier von Billy Tang, der damit beginnt, dass Eric wieder drogenfrei ist, aber auf der Straße Leute konsumieren sieht und dann den großen Flashback bekommt.
Der Film fängt zuerst als typischer Triadenstreifen an, führt dann aber schnell zum Drama und entwickelt sich immer weiter in dieser Schiene. Sprich, die anfängliche Action wird immer weniger und bald gar kein Thema mehr.
Ich fand es eigentlich ganz gut. Aber diese Rückblendenerzählung ist auch hier eher schädlich.
Na ja und wirklich nachvollziehbar erklärt wird eigentlich auch nix. Also weshalb die Gang fast geschlossen zum Heroin greift. (es geht vom Prinzip in die Richtung: Einer wird schwach aufgrund eines tragischen Vorfalls und zieht die Gruppe mit rein - aber so richtig überzeugend ist der Ansatz nicht, denn da würde man doch eher erwarten, dass der Süchtige stattdessen einfach aus der Gang fliegt)
Teilweise ist es sogar unfreiwillig komisch. Zuerst gibt es die große Alk-Feierstimmung am Bierstand. Später dann hocken alle nur noch schweigsam und zitternd dort rum, bis der Erste sagt 'Bin gleich wieder da...muss mal kurz aufs Klo'. Und ein Anderer entgegnet 'Oh...ich muss auch mal aufs Klo...komme gleich mit'.
Es ist schon ein recht unrunder Plot. Aber der Unterhaltungswert passt trotzdem ganz gut. William Ho ist in seiner Nebenrolle auch so ekelhaft wie immer und wie man es von ihm fast schon standardmäßig erwartet.
Da es glaube ich in HK nicht ganz so viele Drogendramen gibt, kann man den Film sicher mal antesten.

6/10

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