H. P. Lovecraft

Von Richard Laymon bis zu Tolstoi: Die Abteilung für Leseratten.
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Thorsten Hanisch
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H. P. Lovecraft

Beitrag von Thorsten Hanisch » Mo 22. Dez 2014, 21:54

Was sind eure Lieblingsgeschichten? Und warum?

Welche Werke haben euch so gar nicht gefallen? Und warum?

Wie geht Ihr mit dem Rassismus des Autors um? Wird komplett ausgeblendet oder ist manchmal doch ein Magengrummeln angesagt?

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ScheichHabib
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Beitrag von ScheichHabib » Di 23. Dez 2014, 12:05

Dein neues Projekt der Schändung also Lovecraft? Der arme Mann.

Mag nur seine Gedichte nicht. Rest alles bemerkenswert bis genial. Die großen Geschichten aus der Spätphase natürlich Must Reads. Da möchte ich nicht ranken. Auch bei den Kurzgeschichten sind viele Großtaten wie Rats in the Walls oder Pickman's Model (!) dabei. Poe dagegen natürlich ein Amateur. Eh klar.

Thema Rassismus lange Zeit viel zu heiß gekocht und aus frühen Briefen abgeleitet, irgendwas musste man scheinbar über ihn schreiben. Nur Horror at Red Hook ist diesbezüglich ernsthaft auffällig und verströmt tatsächlich Grusel abseits des Grusels. Gilt btw. auch für das Thema Sexualität, da gibt es auch den ein oder anderen loligen (nicht uninteressanten) Text.

Ganz gute Doku: FEAR OF THE UNKNOWN (sollte sogar legal im Netz sein).

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Julio Sacchi
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Beitrag von Julio Sacchi » Di 23. Dez 2014, 16:43

Nie gelesen, habs auch nich vor. Poe-Diss kapier ich nich. Der war Literat und kein Horror-Onkel.

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Bewitched240
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Beitrag von Bewitched240 » Di 23. Dez 2014, 17:02

Scheich klopft halt auf alles, was sich bewegt.

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Thorsten Hanisch
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Beitrag von Thorsten Hanisch » Di 23. Dez 2014, 20:04

@Julio: :D Bisschen arg auffällige Provo-Nummer. Warst schonmal subtiler.

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diceman
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Beitrag von diceman » Fr 16. Jan 2015, 23:03

Lovecraft war Rassist, yep. Da gibt's nix daran schönzureden und zu entschuldigen. Lovecraft mochte keine Schwarzen, keine Chinesen. Und keine holländischen Einwanderer. Eigentlich gar keine Ausländer. Lovecraft war aber auch psychisch krankes Wrack, daß unter der dominanten Erscheinung einer Mutter litt, die ihm jeglichen Kontakt mit Freunden verbot; war deshalb zeitlebens Einzelgänger, hatte Alpträume und eine verkorkste Sexualität (starb mit 46 an Darmkrebs). Das sind alles Gründe, aber keine Entschuldigungen, hilft jedoch zu verstehen, daß Lovecrafts Leben und sein literarisches Vermächtnis untrennbar miteinander verknüpft sind. Das eine gäbe es nicht ohne das andere.

Gibt von Laura Miller auf SALON einen guten, differenzierten Artikel über das Thema Lovecraft und Rassismus:

*Klick* IT'S OK TO ADMIT THAT H. P. LOVECRAFT WAS RACIST

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ScheichHabib
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Beitrag von ScheichHabib » Fr 16. Jan 2015, 23:15

Harter Unfug und längst überholt. Yep. :roll: Lovecraft war verheiratet (mit einer Jüdin), hatte zig Freunde, unterhielt unzählige Brieffreundschaften, war Katzenlover und hat sich später btw. in Briefen von seinen rassistischen Äußerungen (die er als junger Mann machte) distanziert. Das durchdachte Konzept hinter seinen Geschichten hat er oft und ausgiebig dargelegt -> psychisch krankes Wrack lol

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diceman
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Beitrag von diceman » Fr 16. Jan 2015, 23:29

Quelle?
Lovecraft war Rassist. Er hat in späteren Briefen einige seiner härtesten Aussagen abgeschwächt, aber stets die weiße Rasse über andere gestellt. Seine Frau hat er als "gut eingegliederte Jüdin" bezeichnet. Welcher Nicht-Rassist unterscheidet zwischen Juden und gut eingegliederten Juden? Und daß er zeitlebens Alpträume und Night Terrors hatte --> Anzeichen von psychischen Schrammen - wurde von ihm selbst dokumentiert. Waren ja Katalysator für seine Imaginationen.
- gez. Lovecraft-Fan

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SvenT
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Beitrag von SvenT » Fr 16. Jan 2015, 23:31

Diceman hat da (leider, leider) Recht.

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ScheichHabib
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Beitrag von ScheichHabib » Fr 16. Jan 2015, 23:51

Ich kenne mich mit Lovecraft wirklich sehr, sehr gut aus und dieser Unfug ist wirklich keine Diskussion wert. Quelle: Alles über Lovecraft seit mind. 15 Jahren.

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