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Von Richard Laymon bis zu Tolstoi: Die Abteilung für Leseratten.
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Thorsten Hanisch
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Beitrag von Thorsten Hanisch » Fr 27. Okt 2017, 09:21

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SvenT
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Beitrag von SvenT » Fr 1. Dez 2017, 00:58

Ach, ist der neue Le Carré gut. Was für ein fantastischer Abschluss der Smiley-Reihe. Kein Nachklapp, wie man vielleicht befürchten konnte, sondern im Grunde das Schließen einer Klammer. Hier irrt der Mainstream ausnahmsweise nicht: Le Carré ist auch mit Mitte Achzig noch einer der wichtigsten Literaten unserer Tage. Und einer, der immer noch in der Lage ist, einem zu überraschen. „Das Vermächtnis der Spione“ ist nämlich nicht nur gut ausgedacht, sondern nach der etwas bieder geschrieben „Empfindlichen Wahrheit“ auch stilistisch erstaunlich aufregend.
Dicke Empfehlung für alle, die dem Genre etwas abgewinnen können. Mit „Der Spion, der aus der Kälte kam“ und der Karla-Trilogie sollte man allerdings schon vertraut sein, wenn man man das wirklich alles verstehen will.

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SvenT
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Beitrag von SvenT » Do 1. Feb 2018, 22:05

Ha, noch ein guter Thriller aus 2017. Mit "Corruption" hat mich olle Don Winslow wieder. Ich kenne keinen Autoren, der so sehr zwischen unlesbar und großartig pendelt wie eben Winslow. Nach dem unpackbar schlechten "Germany" also wieder ein Roman, der den Ansprüchen genügt.
Nach seinen Drogenkrieg-Epen nimmt sich Winslow die New Yorker Bullerei, achwas, die ganze Stadt New York vor. Der Titel ist Programm. Ein bisschen wie Lumets "Prince Of the City" fühlt sich das an, aber sehr viel brutaler und wütender. Eine derbe Schlachtplatte von einem Roman legt Winslow vor, anklagend und desillusionierend, zornig und auch oft witzig, wenn auch in manchen Augenblicken etwas klischeelastig. Wird bestimmt irgendwann verfilmt.

Warum aber ein Roman, der im Original "The Force" heisst, im Deutschland "Corruption" genannt werden muss, bleibt ein Geheimnis der Marketing-Fritzen.

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JimmyPage
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Beitrag von JimmyPage » Do 1. Feb 2018, 23:18

Vielen dank für den Tipp. Hatte schon von dem Buch gehört. Das klingt alles sehr gut.
äffle: "was isch groß?" - pferdle: "stuttgart!" - äffle: "was isch größer?" - pferdle: "der neckar!" - äffle: "und was isch am größten?" - pferdle: "hmm, spätzle und linsen!"

Doctor Schnabel
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Beitrag von Doctor Schnabel » Do 1. Feb 2018, 23:46

Als letztes gelesen:

Header 2 von Edward Lee

Story in einem Satz erklärt: Rednecks vs. Mafia-Boss (Fehde)

Deutlich besser als der erste Roman und für Lee Fans uneingeschränkt ein MUST HAVE Roman! Bester Lee Roman den ich in den letzten Monaten gelesen habe.

Edward Lee sprengt hier Mal wieder diverse Grenzen des guten Geschmackes und Tabus scheint es keine zu geben. Die Figurenzeichnungen sind köstlich – total übertrieben, mit Verweisen auf andere Romane von Edward Lee und es gibt sehr viel zu lachen und schmunzeln – trotz der Grausamkeiten, die so übertrieben sind, dass man es einfach nicht ernst nehmen kann. Den ersten Roman muss man nicht kennen, um den zweiten zu lesen (den ersten fand ich immer klar überbewertet).

Edward Lee beweist am Ende trotz vieler derber Szenen, die Normalsterbliche zum Kotzen bringen würden, sogar Herz und Romantik :shock: Das spricht, einmal mehr, für viel Talent seitens Edward Lee! Kranke, aber geile Scheisse :mrgreen:


Und jetzt am lesen (und wohl noch lange dran): Stephen Kings Es

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diceman
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Beitrag von diceman » Do 1. Feb 2018, 23:59

Wir haben hier übrigens einen Edward Lee-Thread (falls du Inspirationen suchst) ... ;)
Muß sagen, daß ich von Edward Lee ziemlich schnell die Nase voll hatte. Sein Bester (mit Abstand) bleibt wohl sein SHADOWS OVER INNSMOUTH-Sequel THE INSWICH HORROR. HEADER (der erste) war ein noch ganz okayer Sicko-Trip; ansonsten ist mir Lee zu sehr One-Trick-Pony, das sich arg selbszweckhaft in sexualisierten Splatter-Szenarien suhlt. Ist 'ne Masche, die leider allzu vorhersehbar abläuft (und mir teils auch einfach ZU mean-spirited).
Übrigens wischt Richard Laymon mit Edward Lee den Boden auf - einmal angefangen, ist Laymon wie 'ne schlechte Droge, von der man nicht mehr wegkommt. 8-)
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Doctor Schnabel
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Beitrag von Doctor Schnabel » Fr 2. Feb 2018, 00:05

Ist ja cool - einen Edward Lee Thread :mrgreen: Muss ich dann auch gleich ne Liste machen - wobei nicht mehr heute :lol:

Mag seinen Stil - habe ziemlich viel von ihm gelesen. Header 2 ist sicher ein Highlight nebst vielen anderen auch (The House / The Pig, Brain Cheese Buffet etc.). Und staune trotzdem immer wieder über seine Fantasie, was der manchmal für Ideen hat :D

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SvenT
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Beitrag von SvenT » Fr 2. Feb 2018, 00:05

@Jimmy: Wirklich der Hammer ist Winslows "Tage der Toten". Den solltest Du unbedingt lesen. Unfassbar, aber kaum was ausgedacht.

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JimmyPage
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Beitrag von JimmyPage » Fr 2. Feb 2018, 00:07

Verdammt. Hat ich letztens noch in der Hand. Dann beim nächsten Mal ;)
äffle: "was isch groß?" - pferdle: "stuttgart!" - äffle: "was isch größer?" - pferdle: "der neckar!" - äffle: "und was isch am größten?" - pferdle: "hmm, spätzle und linsen!"

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diceman
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Beitrag von diceman » Fr 2. Feb 2018, 00:13

@Doctor Schnabel:
Würde dir DRINGENDST Richard Laymon ans Herz legen. ;-)
Am besten liest man den auf englisch, da einige seiner deutschen Übersetzungen Federn lassen mußten (vong Zensur her). Ansonsten, wennst nach gut geschriebenem Sicko-Kram aus bist, kann ich Jack Ketchums Backwood-Trilogie OFF-SEASON, OFFSPRING, THE WOMAN noch empfehlen. OFF-SEASON funktioniert auch als Stand-alone prima - den habe ich mir mal in einem Nachtdienst in 'nem 5-Stunden-Lese-Marathon komplett am Stück reingezogen - am nächsten Tag war ich dann krank. :? Deutsche Übersetzung übrigens auch entschärft - zumindest in einigen Ausgaben.

@SvenT/Jimmy
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