Richard Laymon

Von Richard Laymon bis zu Tolstoi: Die Abteilung für Leseratten.
Benutzeravatar
diceman
Beiträge: 6440
Registriert: Mo 7. Mai 2012, 21:21

Beitrag von diceman » Di 17. Jun 2014, 23:40

Beware-Richard-Laymon-Paperback20-med.jpg
Den hier fand ich super.
Es geht um einen unsichtbaren(!) Killer, und wie bei Laymon typisch nutzt dieser seine Fähigkeit nicht in erster Instanz um sich mit materiellen Gütern zu bereichern ... :o Bei einigen Passagen meint man fast, Verhoeven habe sich hier Ideen für seine HOLLOW MAN-Verfilmung geklaut (selbstverständlich nur solche, welche den Film bei der Kritik haben durchfallen lassen). Das Buch kommt schnell auf den Punkt, ist rasant wie ein Screenplay geschrieben, einige Dialoge nicht halbschlecht. Gewisse Verhaltensmuster von Charakteren muß man selbstverständlich mit einem Stirnrunzeln hinnehmen (wenn erstmal der James Dean-Stud um die Ecke kommt ist auch schonmal ein Vergewaltigungstrauma vergessen), das ist man von Laymon gewöhnt, bzw. hat man hier die Gelegenheit, sich damit vertraut zu machen, BEWARE eignet sich nämlich super als Einstieg; den ganz sicken Scheiß hält er hinterm Berg, fährt dabei trotzdem ausreichend Wendepunkte, Action und Exploitation auf, damit es nicht langweilig wird. Zum Schluß gibt's dann noch einen Western-typischen Showdown, komplett mit Gangstern, Federals und schlechtgelaunten Voodoo-Bitches. Wilder Stoff, aber macht Laune. Hätte gerne etwas länger ausfallen dürfen.
The Flat Earth Society has members all around the globe.

Benutzeravatar
Thorsten Hanisch
Moderator
Beiträge: 19473
Registriert: Mo 7. Mai 2012, 20:18
Kontaktdaten:

Beitrag von Thorsten Hanisch » Mi 18. Jun 2014, 00:07

Hab ebenfalls nachgelegt und zwar mit:

- Dark Mountain
- Midnight's Lair
- Into The Fire
- Body Rides

Find - natürlich - alle gut, am besten ist aber MIDNIGHT'S LAIR. Dreht sich um einen perversen Hotelbesitzer und seinen ebenso verdrehten Sohn. Unter dem Hotel liegt ein Höhlenlabyrinth, eine populäre Touristenattraktion, durch die die weibliche Heldin führt. Doch eines Tages fällt der Strom aus und im Dunklen lauert nicht nur der sexgeile Sohnemann...Laymon in Höchstform: Fokusiert, schnell, spannend, rund (und natürlich total exploitativ, aber das wollen wir ja nicht anders, ne?).

Achtung vor BODY RIDES: Den mag nicht jeder. Typische Body Switch-Geschichte, wird hier von Laymon aber in erster Linie für Duweißtschonwas genutzt (Gore gibt's dieses Mal kaum). Ist überlang, einer der dicksten Laymons bisher und auch leider auch etwas weitschweifig, zudem bleibt der Antagonist für Laymonsche Verhältnisse verblüffend blass. Mochte ich aber dennoch, gibt halt ne ganze Menge typische Elemente aus dem Universum des Schmuddelmaestros.

Benutzeravatar
dejin
Beiträge: 2833
Registriert: Di 29. Mai 2012, 15:37
Wohnort: München

Beitrag von dejin » Mi 18. Jun 2014, 16:58

Ihr macht mir immer Bock auf den Kram ^^ 8-) :lol:
Muss Masterstuff Luhmann eh mal zur Seite legen :P
The awkward moment when you get in the van and the old man has no candy.

Benutzeravatar
diceman
Beiträge: 6440
Registriert: Mo 7. Mai 2012, 21:21

Beitrag von diceman » Sa 6. Sep 2014, 21:07

BODY RIDES gelesen.
Lol, der ist ja mal wirklich sauschlecht geschrieben, aber n.u.r.! Wie gut, das Julio den nicht vor ISLAND in die Finger bekommen hat, sonst würde er Laymon nie wieder ... oh wait ...
The Flat Earth Society has members all around the globe.

Benutzeravatar
Thorsten Hanisch
Moderator
Beiträge: 19473
Registriert: Mo 7. Mai 2012, 20:18
Kontaktdaten:

Beitrag von Thorsten Hanisch » So 7. Sep 2014, 00:28

Was den Schreibstil angeht seh ich keinen Unterschied zu sonst, aber gerade der ist jetzt auch nicht gerade die allerbeste Wahl. Versuch doch mal MIDNIGHT'S LAIR!

Benutzeravatar
diceman
Beiträge: 6440
Registriert: Mo 7. Mai 2012, 21:21

Beitrag von diceman » So 7. Sep 2014, 09:48

BODY RIDES war total unfokussiert, nudelt die immer gleichen Gedankengänge des Protagonisten durch, ohne dem Gedachten jemals was Neues hinzuzufuegen. Jede redundante Handlung wird gnadenlos ausgeschrieben, in Dialogen jede Verlegenheitsfloskel ausformuliert, und damit werden dann Seiten gefuellt. Charaktere auch total blass. Von der Idee her, die eigentlich ganz originell war, war das typischer Dean-Koontz-Stuff. Der hätte es auch besser geschrieben und das Potential mehr ausgereizt; da lag noch vieles brach.
Laymons Stärken liegen woanders.
The Flat Earth Society has members all around the globe.

Benutzeravatar
Thorsten Hanisch
Moderator
Beiträge: 19473
Registriert: Mo 7. Mai 2012, 20:18
Kontaktdaten:

Beitrag von Thorsten Hanisch » So 7. Sep 2014, 10:22

Ach so, Du meinst die inhaltliche Seite, ich dachte Du beziehst dich auf den Stil.

Und ja, Laymons Stärken liegen woanders (ich hatte vor BODY RIDES auch schon im Posting vom 18.06. gewarnt), deswegen: Check als Nächstes MIDNIGHT'S LAIR (siehe ebenfalls Posting vom 18.06.)!

Benutzeravatar
Frau Stockl
Beiträge: 3179
Registriert: Di 25. Sep 2012, 09:44

Beitrag von Frau Stockl » Di 9. Jan 2018, 03:01

Aufgrund der Empfehlungen hier angefangen.

#1 Beware:
Wobei ich froh war, dass er vom Horror hin zum Actionfilm wechselt.
Das Geschehen im Supermarkt kommt reichlich fröstelnd.
Ansonsten ist immer was los und viele Schauplatzwechsel.
Rest siehe beiden Vorredner.

#2 Body Rides:
Idee ist super und das erste Viertel kommt auch recht gut.
Hauptdarsteller ist reichlich bescheuert.
Und geschrieben ist das wirklich wie vom Amateur.
Idee trotzdem super.
Rest siehe beiden Vorredner.

#3 Qake:
Soll der Nächste werden.
Allerdings hauptsächlich deswegen, weil es doch sehr an den gleichnamigen Louis Morneau von 1992 erinnert.
Film Guilty Pleasure.
Without false modesty, I think i would have been considerably better in ROSEMARYS BABY than Cassavetes. (Robert Wagner.)

Benutzeravatar
diceman
Beiträge: 6440
Registriert: Mo 7. Mai 2012, 21:21

Re: Richard Laymon

Beitrag von diceman » Fr 12. Okt 2018, 01:10

@Thorsten (und andere):
Magst was zu diesen dreien sagen? :-)
Danke!

endlessNight.jpg
beasthse.jpg
beasthse.jpg (28.72 KiB) 72 mal betrachtet
1467324.jpg

ENDLESS NIGHT klingt nach 'nem launigen, temporeichen Slasher.
STAKE ist irgendwas mit Vampiren. Würde mich schon interessieren, wie Laymon das Thema angeht. :shifty:
Und, ja, ich weiß das THE BEAST HOUSE der zweite Teil eines Zyklus ist. Den ersten (THE CELLAR) fand ich ziemlich klasse.
The Flat Earth Society has members all around the globe.

Benutzeravatar
Thorsten Hanisch
Moderator
Beiträge: 19473
Registriert: Mo 7. Mai 2012, 20:18
Kontaktdaten:

Re: Richard Laymon

Beitrag von Thorsten Hanisch » So 14. Okt 2018, 00:11

Aus der Erinnerung heraus (war jetzt schon wieder ne ganze Weile her): ENDLESS NIGHT ist tatsächlich ein temporeicher Slasher, allerdings nur im ersten Drittel, danach baut's ab, dreht am Ende aber wieder auf. BEAST HOUSE geht, wie auch der dritte Teil, absolut klar. Wenn Dir THE CELLAR gefallen hat, kannste mit dem Rest nichts falsch machen. An STAKE kann ich mich leider nur noch ganz verschwommen erinnern, aber es würde mich schon sehr wundern, wenn der mir gar nicht zugesagt hatte... :D

Würde bei der Gelegenheit gerne nochmal auf "Night in the Lonesome October" hinweise - eher untypisch für ihn, d.h., praktisch null Gore & Sex, aber der hat sich aufgrund der besonderen, lyrischen Atmosphäre bei mir tief eingegraben.

Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag